Der Abschied
Ich möchte heute noch ein wenig mehr über meine eigene Trauer schreiben und dir damit auch zeigen, dass Trauer etwas ganz Normales ist, was einfach seine Zeit braucht.
Mein innerer Abschied von meinem Bruder begann bereits, als die Diagnose bekannt wurde. Ich wusste in diesem Moment, dass all die Hoffnungen, die sich alle Familienmitglieder machten, vergebens wären. Ich wusste, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt.
Als sich sein Zustand rasant verschlechterte, fuhr ich übers Wochenende hin. Ich saß beide Tage an seinem Bett und hatte das Gefühl, ich sehe ihm beim Sterben zu. Ein furchtbares Gefühl! Doch wir redeten auch immer wieder über früher und mir fiel auf, dass mein Bruder seine Kraft dafür nutzte, bei allen Familienmitgliedern Erinnerungen an schöne oder lustige Momente hervorzuholen. Er wollte stark sein für uns alle. Und wir wollten stark sein für ihn.
Die Ärzte glaubten, dass er an diesem Wochenende dieses Leben verlassen würde. Es sah auch alles danach aus. Doch es dauerte noch zwei Wochen. Ich wollte noch einmal zu ihm hin, doch er wollte, dass seine kleine Schwester ihn so in Erinnerung behält, wie er war. Und ich respektierte das…
„Ich muss stark sein“
Als mir klar wurde, dass mein Bruder nicht mehr viel Zeit haben würde, war mir auch klar, dass ich meine Eltern unterstützen wollte. Ich wollte eine Stütze für sie sein und stark bleiben. Ein großer Fehler – denn dadurch verhinderte ich zeitgleich, mich mit meiner eigenen Trauer richtig auseinanderzusetzen. Ohne dass ich es merkte, verdrängte ich einen Teil meiner Trauer. Verstärkt wurde das noch dadurch, dass auch ich mit viel Unverständnis konfrontiert wurde. So manch ein Klient meinte, dass mir als Medium doch das Trauern nicht zustünde, denn ich könne ja selbst immer in Verbindung gehen mit meinem Bruder.
Doch auch ein Medium ist eben ein Mensch mit Gefühlen. Und als Medium nehme ich Gefühle sehr stark und besonders intensiv wahr. Das kommt mir auch zugute, wenn ich einen Jenseitskontakt für Andere herstelle, da viele Informationen von den Verstorbenen über Gefühle vermittelt werden. Und so erlebe ich viele Gefühle eben noch intensiver als manch andere Menschen.
Zeit heilt alle Wunden?
Ich nahm mir die Zeit, die ich brauchte. Ich gab eine ganze Weile keine Jenseitskontakte mehr, da mir bewusst war, dass ich zuerst meine eigene Trauer ausheilen müsse. Einen Jenseitskontakt herzustellen, erfordert sehr viel Energie und das Medium muss seine Schwingung dafür noch zusätzlich anheben. Mir war klar, dass ich das erst wieder kann, wenn ich durch die Trauer mit all ihren Höhen und Tiefen durch bin.
Es war eine lange und intensive Reise für mich, und – um ehrlich zu sein – oft fühlte ich mich sehr alleine auf dieser Reise. Das lag aber weniger daran, dass niemand da war, als vielmehr daran, dass ich niemanden mit meiner Trauer belasten wollte. Und genau so geht es den meisten Trauernden – obwohl sie Unterstützung brauchen, ziehen sie sich zurück, um niemanden zu belasten. Auch ich tat das. Eine wundervolle Unterstützung bekam ich dennoch von einer sehr guten Freundin, die ebenfalls ihren Bruder schon verloren hat. Sie wusste, wie sich das anfühlt und sie war da, auch wenn ich mich zurückzog. Sie sagte immer genau das Richtige, gab mir Raum im richtigen Moment und rief an im richtigen Moment. Das half enorm.
Und jetzt?
Ich habe gelernt, mit dem Verlust zu leben. Doch es bleibt eine tiefe Wunde zurück. Auch wenn diese abgeheilt ist, wird da immer eine Narbe sein, die mich daran erinnert, dass mein Bruder nicht mehr im Irdischen an meiner Seite ist.
Zeichen aus dem Jenseits
Bereits an seinem Todestag schickte mein Bruder mir die ersten Zeichen, die unmissverständlich waren. Und auch danach nahm ich ihn oft an meiner Seite wahr und bekam das eine oder andere Zeichen von ihm.
Wenige Tage bevor ich zum Dreh des Kurses nach Zypern flog, ließ er mir auf mysteriöse Weise gleich zwei Mal innerhalb von 3 Tagen je einen kleinen Stein in Herzform zukommen. Während der gesamten Dreharbeiten nahm ich meinen Bruder intensiv im Studio wahr und auch die eine oder andere Seele aus dem Jenseits gesellte sich noch dazu. Wir alle konnten das deutlich wahrnehmen.
Beim Außendreh am Strand fiel mir dann wieder ein Stein in Herzform auf, bei dem mir auch wieder klar war, dass dieser ein Zeichen meines Bruders ist. Ich bin überzeugt davon, dass mein Bruder (der übrigens zu Lebzeiten überhaupt nichts von meiner Arbeit hielt und für den all das nicht existierte), wirklich großartig fand, was wir gemeinsam auf Zypern erschufen. Das bedeutete mir sehr viel und zu erleben, dass er jetzt mich und meinen Weg wirklich versteht, ist einfach nur berührend.
Mein Weg der Heilung
Immer wieder packten mich die Wellen der Trauer und schienen mich so sehr nach unten zu drücken, dass mir das Atmen oft schwer fiel. Doch es ging weiter und weiter aufwärts, Schritt für Schritt durch den Schmerz hindurch. Ich wollte die Schwere und Dunkelheit der Trauer hinter mir lassen und all die wundervollen Farben wieder sehen. An den meisten Tagen gelang mir das gut. Und so war ich aus der Trauer wieder nahezu heraus.
Für den Kursdreh bin ich nochmal ganz tief in das Thema und in meine eigene Trauer eingetaucht, damit dieser Onlinekurs zu einem berührenden und hilfreichen Erlebnis wird. Das brachte für mich aber auch mit sich, mich erneut mit meiner Trauer und all den damit verbundenen Gefühlen zu beschäftigen. Und das tat ich kurze Zeit später sehr intensiv.
Was mir am meisten aus der Trauer heraus half
Es gab so einiges, was mir auf meinem Weg raus aus der Trauer gut half. Zuallererst meine Freunde, die immer für mich da waren, einfach zuhörten oder mich in den Arm nahmen. (Danke vor allem an Michi und Jacky!!) Ich schuf mir kleine Rituale, die mich im Alltag unterstützten.
Im Februar war ich auf Bali und ich wusste schon vorher, dass auch hier nochmal einiges geschehen würde. Die Insel hat eine wundervolle Energie, die allerdings inzwischen sehr davon eingetrübt wird, dass Bali sogar in der Nebensaison absolut überlaufen ist. Dennoch – es war eine Energie, die mir weitere Heilung brachte. Ein besonderer Wasserfall, in dessen See man auch schwimmen konnte, half mir nochmal, einiges loszulassen. Das ging natürlich nur, weil ich mich bewusst dafür entschieden hatte.
Der Trost der Tiere und ein besonderes Geschenk meines Bruders
Seit März 2025 lebt nun auch wieder eine Katze bei mir. Sie kam auf ebenso mysteriösem Weg in mein Leben, wie die Steine in Herzform, die ich zuvor erwähnt habe. Diese Katze ist die Reinkarnation meines vor 12 Jahren verstorbenen Katers. Ich wollte das zuerst nicht wahrhaben, denn mein Kater hatte damals nach seinem Tod klar gesagt, dass er nicht wieder zu mir kommen wird, wenn er wieder inkarniert. Doch er hat sich umentschieden. Ich weiß aus einem Jenseitskontakt, den ich selbst mit meinem Bruder hatte, dass mein Bruder diese Seele gefragt hat, ob sie wieder inkarnieren und zu mir gehen könne, um mich zu unterstützen. Mein Bruder sagte, dass diese Seele ohnehin schon darüber nachgedacht hatte, als er aber dann noch fragte, kam gleich das Einverständnis.
Die kleine Finni tut mir extrem gut. Innerhalb kürzester Zeit hat sich mein Energielevel immens erhöht und ich komme aus dem Strahlen und der Glückseligkeit kaum noch heraus. Unsere Tiere tun so viel für uns und können jeglichen Schatten schon im Anflug vertreiben, einfach nur durch ihre Anwesenheit. Sie sind die besten Trauerbegleiter, die wundervollsten Mutmacher und Glücksbringer, die man sich vorstellen kann. Danken wir es ihnen, indem wir ihnen das bestmögliche Leben bieten…
Der nächste Verlust
Tiere, sie sind so wundervolle Begleiter. Umso schmerzhafter ist es, wenn wir sie gehen lassen müssen. Im Februar 2026 musste ich meinen langjährigen Begleiter, mein Seelenpferd, gehen lassen. Chester hat mich etwa 20 Jahre begleitet. Er war Lehrpferd in meinen Kursen, hat viele Kursteilnehmer auf ihrem Weg unterstützt, quasi an die Hand genommen. Und nun zeigte er deutlich, dass seine Zeit gekommen war.
Die Entscheidung zu treffen, war schmerzhaft, eine tiefe Qual. Und dennoch war klar, dass es die einzig richtige Entscheidung war. Ich war auch dankbar, dass er einen Zeitpunkt gewählt hat, der es mir ermöglichte, dabei zu sein. Denn ich hatte mir immer gewünscht, ihn auf seinem letzten Weg begleiten zu dürfen. Er durfte in Würde gehen, friedlich. Im Kreise derer, die ihn am meisten geliebt haben.
So schmerzhaft auch dieser Verlust sein mag, so konnte ich ihn doch gut verarbeiten. Mir halfen natürlich dabei die Tiere, die auch jetzt noch um mich sind.
Tiere können uns das Lächeln zurückbringen, wenn wir es verloren haben. Ihre bedingungslose Liebe und ihre Leichtigkeit erinnern uns daran, dass wir die Liebe in uns selbst wieder finden und wieder mehr Leichtigkeit in unser Leben integrieren dürfen. Ihre Unbeschwertheit zeigt uns, wie wir selbst ausgelassen umhertollen könnten, wenn wir nur die Schwere hinter uns lassen.
Was du wissen solltest…
Trauer ist ein Prozess. Trauer ist kein Sprint, es ist ein Marathon. Lass dir von niemandem vorschreiben, wie viel Zeit dir zum Trauern zusteht!
Such dir Unterstützung, liebevolle Begleitung. Und vielleicht ist mein Onlinekurs, der dich auf deinem Weg Raus aus der Trauer unterstützen kann, auch für dich eine wertvolle Begleitung, egal ob du andere in der Trauer begleiten, ihn für deinen eigenen Trauerprozess nutzen oder damit einfach nur die Trauer mit all ihren Facetten verstehen und mehr über all die wunderbaren Möglichkeiten, wie man sich oder andere in diesem Prozess unterstützen kann, lernen möchtest.
Ich freue mich natürlich sehr über Rückmeldungen zu diesem Kurs.
